Sirr al-Asrar

«Das Bad, o Alexander, gehört zu den merkwürdigsten Dingen, die es in der Welt gibt, und zum Wunderbarsten, was die Weisen der Erde zur Erholung des Leibes, Reinigung des Körpers, Entspannung der Glieder, Öffnung der Poren, Absonderung der Dämpfe und Ausscheidungen, und Befreiung der Haut von den Spuren von Schmerz und Krankheit erdacht und beschrieben haben. Dies wird dadurch bewirkt, dass es entsprechend den Jahreszeiten gebaut ist, denn der heisse Raum entspricht dem Winter, der folgende dem Herbst, der nächste dem Frühling und der letzte dem Sommer. Zum rechten Verhalten gehört es, dass der Badende im ersten Raum ein wenig verweilt, von dort in den zweiten geht und kurze Zeit in ihm bleibt und dann den dritten Raum betritt. Ebenso verhält er sich, wenn er hinausgeht: Er verharrt in jedem Raum eine Weile, damit er nicht plötzlich von starker Hitze in starke Kälte oder von starker Kälte in starke Hitze kommt. – Zur richtigen Disposition des Bades gehört ferner, dass es einen hohen Bau, viel Luft und süsses Wasser hat, dass in ihm Räucherpfannen aufgestellt werden mit einem der Jahreszeit entsprechenden Räucherwerk […]

(Aus dem pseudo-aristotelischen Secretum Secretorum, zu Deutsch: Das Geheimnis der Geheimnisse, im arabischen Original Sirr al-asrar, 10. Jh. n. Chr.)